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Die sogenannte Biz, vergleichbar mit den Filterstücken einer herkömmlichen Zigaretten, werden bei der E-Zigarette ausgetauscht. Doch das ist nur eine Systemart. Foto Nitsche
ASCHEBERG. Steffen zieht an der Zigarette, rot glimmt die Spitze auf, kleine Qualmwölkchen steigen auf. Nur der typische Geruch bleibt aus. Ein Aschenbecher und ein Feuerzeug? Fehlanzeige.
All das entfällt für diejenigen, die auf die elektronische Zigarette setzen, die funktioniert einfach: Akku aufladen und dran ziehen. Die Glut wird durch ein LED-Lämpchen erzeugt, der Qualm durch das sogenannte Biz, das dem Filterstück nachempfunden ist.
„Systeme gibt es unterschiedliche“, weiß Steffen und präsentiert ein weiteres, das aussieht wie ein dicker Stift. „Die ähnelt eher einer Zigarre“, lacht er und erklärt, dass dieses System mit Flüssigkeit gefüllt wird. „In allen Geschmacksrichtungen erhältlich, von Kaffee und Kirsche über Tabak und Schokolade bis hin zum Zimtgeschmack.“
Steffen fährt derzeit zweigleisig. Richtige Zigaretten raucht er auch noch. „Nur eben sehr viel weniger“, greift er ersatzweise zur E-Zigarette. „Praktisch, vor allem beim Autofahren“.
Die Auswahl ist groß. „Die Biz gibt es nikotinfrei bis hin zu elf Milligramm Nikotin“, weiß Uwe Mörchen, Inhaber vom Schnäppchenmarkt. Der Renner ist die neue E-Zigarette nicht gerade. „Zu Weihnachten war es scheinbar eine nette Geschenkidee, aber ich denke wir sind hier eher nicht der Laden, wo die Kunden das suchen.“ Er selbst ist Nichtraucher. „Aber einen Testzug habe selbst ich getan, nur auf den Geschmack bin ich nicht gekommen.“
Seine Angestellte, ihres Zeichens Raucherin, kann dem Neuzugang auf dem Markt nichts abgewinnen. „Entweder rauche ich richtig, oder gar nicht, die E-Dinger, die brauche ich nicht.“
Auch Ulrike Krampe von der Herberner Aral-Tankstelle, hält nicht wirklich viel davon. „Anfangs war das ein richtiger Hype, es war was Neues und jeder wollte es. Doch jetzt ist die Nachfrage eher klein“. Erhältlich ist die elektronische Zigarette an der Tankstelle nicht. „Unser Lieferant liefert noch nicht, da die Auswirkungen auf die Gesundheit noch nicht einwandfrei geklärt sind und dieses Produkt noch nicht ausreichend getestet ist“, müssen die Kunden auf das neue „E-Ding“ hier erst einmal verzichten.
Mary Hanschmann hat in ihrem Tabakwarenfachgeschäft an der Südstraße derzeit ebenfalls keine „Elektronischen“ im Angebot. „Die, die ich hatte sind weg, und ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ich sie noch einmal ins Programm nehme.“
Über die E-Zigarette wird derzeit heiß diskutiert, „es gibt aber keine Langzeitstudien hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen, und wahrscheinlich fällt sie in absehbarer Zeit unter das Apothekengesetz“, hat sie viele Kunden im Laden gehabt. Die meisten hätten die Beratung genossen. Gekauft wurde dann im Internet. „Na ja, ich überleg‘ es mir noch, persönlich bin ich jedoch von der E-Zigarette nicht überzeugt.“
Die E-Zigarette bietet zwar insofern Vorteile, als dass keine Brandgefahr besteht und Kippenreste entfallen. Nicht einwandfrei geklärt ist jedoch, ob der Punkt Passivrauchen vernachlässigbar ist. Fest steht , dass die E-Zigarette nicht, wie viele meinen, der Rauchentwöhnung dient, denn bei deren Genuss wird dem Körper Nikotin in normalen Dosen zugeführt. Einzige Ausnahme ist die komplett nikotinfreie Biz.
Laut Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums ist das Dampfen zwar erlaubt, der Verkauf jedoch verboten.
www.mgepa.nrw.de