Die Neugestaltung dess Westgartens von Schloss Nordkirchen soll ein Projekt der Regionale 2016 werden. Foto RED
NORDKIRCHEN. Vor gut 300 Jahren entstand in Nordkirchen eine der bedeutendsten Gartenanlagen der damaligen Zeit: Der mehr als 70 Hektar große und ungewöhnlich ausgedehnte Park rund um das Schloss Nordkirchen besitzt noch heute eine gehobene bau-, garten- und kunstgeschichtliche Bedeutung in der Region und über die Grenzen hinaus.
Im Rahmen des Europäischen Gartennetzwerkes (EGHN) wurde er aufgrund seiner herausragenden gartenhistorischen Bedeutung zum „Ankergarten“ gewählt.
Westlich des Schlosses befindet sich der sogenannte Westgarten, der sich entlang der Oranienburg bis hin zur Orangerie erstreckt. Leider ist heute von der damaligen Pracht nicht mehr viel zu erkennen. Ein Beispiel: Nur vier Steinvasen auf der Wiese vor der Oranienburg lassen ansatzweise erahnen, welche Fülle an Skulpturen damals den Westgarten schmückte.
Das soll sich nun ändern. Unter Federführung von Udo Woltering und Hartmut Kalle vom Westfälischen Amt für Landschafts- und Baukultur wurde ein Antrag an die Regionale 2016 auf Förderung von Gestaltungsmaßnahmen im Westgarten des Schlossparkes erarbeitet.
Bürgermeister Dietmar Bergmann hat diesen Antrag am 24. Januar zusammen mit dem Leiter der Fachhochschule für Finanzen, Franz-Josef Flacke, Verwaltungsleiter Wilhelm Schulte und Bauamtsleiter Josef Klaas im Landesfinanzministerium in Düsseldorf persönlich vorgestellt. Gesprächspartner war unter anderen Ministerialdirektor Werner Brommund.
Bergmann: „Wir haben im Finanzministerium unsere Absicht vorgestellt, im Rahmen der Regionale 2016 den Anstoß zu geben für eine zukunftsgerichtete Planung des Westgartens. Die Erlebnis-, aber auch die Informationsqualität soll für die Besucher gestärkt werden, um unter anderem auch die Leuchtturmfunktion des Schlosses mit seiner Strahlkraft für die zahlreichen weiteren Schlossanlagen des Münsterlandes weiter auszubauen.“
Seine Begleiter Flacke und Schulte erläuterten die Wertigkeit der Gartenanlage des Schlossparks Nordkirchen unter anderem als „Ankergarten“. Sie stellten auch ihre schon Jahre anhaltenden eigenen Bemühungen um einen denkmalgerechten Erhalt des Westgartens dar, der im Rahmen der allgemeinen Pflegearbeiten geleistet werden müsse.
Brommund erklärte sich mit dem beabsichtigten Vorgehen einverstanden. Er sagte seitens des Finanzministeriums zu, das weitere Antragsverfahren zur Regionale zu unterstützen. Ferner will sich Minister Dr. Walter-Borjans vor Ort selbst ein Bild machen über die Notwendigkeit und die Inhalte der Maßnahme.