OLFEN. Für ein Kammerkonzert haben sich die Organisatoren des Olfener Kunst- und Kulturvereins ein musikalisches Trio ins Olfonium eingeladen, das Trio Skowronski. Dort spielt es am Wochenende unter der Überschrift "Wo bleibt die Zeit?" Stücke von Vivaldi und Piazolla mit jahreszeitlichem Bezug, aber auch solche von Boulanger, Elgar oder Tschaikowski.
Zu dem Trio gehören der Geiger Wojciech Skowronski, der Cellist Albert Booz und Heike Stockbrügger am Klavier.
Hohe Virtuosität, verbunden mit der für die polnische Geigertradition typischen sinnlichen Tongebung zeichnen Wojdech Skowronski aus, der nach seinem Studium in Breslau und Danzig langjähriges Mitglied der Neuen Philharmonie Westfalen wurde. Noch während seiner Studentenjahren hatte sich der begabte Geiger seinen Unterhalt in einer Zlgeunerkapelle verdient und so sein Repertoire über die klassische Violinliteratur hinaus erweitert.
Mit dem Orchester und auch als Kammermusiker war er auf Konzertbühnen der ganzen Welt zu Gast. Bei seiner fortdauernden Erforschung der Grenzen des Streicherklangs, dem er sich auch als praktizierender Geigenbauer verpflichtet weiß, braucht er den Vergleich mit den großen Jazzgeigern und Zigeunerprimarien nicht zu scheuen.
Die Musik Piazzollas und einige beliebte osteuropäische Bravourstücke bieten dem geigerischen „Allrounder“ die Möglichkeit, sämtliche Facetten seiner Kunst unter Beweis zu stellen.
Albert Booz hat sein Cellostudium in Essen begonnen und inBerlin mit der künstlerischen Reifeprüfung abgeschlossen. Als Bühnenmusiker während der Berliner Festspiele hatte er häufig Gelegenheit, beim Zusammenspiel diverser Kunstformen in theatralen Zusammenhang Erfahrungen zu sammeln.
Neben der Orchester- und Unterrichtstätigkeit begann er ein Literaturstudium mit Schwerpunkt Anglistik und Romanistik. Während Studienaufenthalten in England und Italien war er unterrichtend und als Orchestermusiker tätig, vor Allem aber im kammermusikalischen Bereich. Zurück in Deutschland erwarb er in Düsseldorf das Übersetzerdiplom für die italienische Sprache.
Seit einigen Jahren gilt sein Interesse dem Tango, als Musiker und auch als aktiver Tänzer, sowie solcher Musik, die, wie etwa der Czardas, von „außen‘ kommend den Kanon klassischer europäischer Kammermusik bereichert.
Noch ihrem Klavierstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik Westfalen-Lippe In Münster. welches sie mit derkünstlerischen Reifeprüfung abschloss, widmete sich Heike Stockbrügger der Kammermusik mit unterschiedlichen Instrumentalisten und Sängern. Neben solistischen Auftritten im In-und Ausland suchte sie den kreativen Dialog mit anderen Kunstformen, so etwa als improvisierende Begleiterin von Stummfilmen oder Künstlervideos, wozu sie weitreichende eigene Erfahrungen im Bereich der bildenden Kunst prädestinierten.
Ausführliche Studien im Jazzbereich, der im klassischen Studium erfahrungsgemäß ausgespart bleibt, sowie Mitarbeit bei den Kinderkonzerten der Neuen Philharmonie Westfalen komplettierten ihr künstlerisch-musikalisches Spektrum und machten sie zu einer idealen Interpretin der Musik Piazzollas, welche durch die dem Tango inne wohnende tänzerische Dramatik charakterisiert wird.
Das Kammerkonzert beginnt am Samstag, 28. Januar, um 18.15 Uhr im Olfonium, Neustraße 17. Der Eintritt beträgt zehn Euro.
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